Fruchtbarkeit Mann Alter: Tabelle, Werte und was sie sagen

Aufgeschlagener Wandkalender mit einzelnen bleistiftmarkierten Tagen, daneben zwei Kaffeetassen auf einem hellen Holztisch

Kurz gesagt: Die Fruchtbarkeit des Mannes hört nicht auf, sie wird langsamer. Ford und Kollegen (2000) fanden an 8.515 geplanten Schwangerschaften, dass die Chance auf eine Schwangerschaft binnen zwölf Monaten ab einem Alter von 30 Jahren zurückgeht – und zwar auch dann, wenn das Alter der Partnerin herausgerechnet ist. Was dabei nachlässt, ist nicht die Spermienkonzentration, sondern vor allem die Beweglichkeit und die Unversehrtheit des Erbguts. Die Werte im Spermiogramm sind eine Verteilung und keine Grenze zwischen fruchtbar und unfruchtbar. Und die Risiken, die mit dem Alter des Vaters steigen, sind in absoluten Zahlen kleiner, als ihre Schlagzeilen vermuten lassen. Die Tabellen weiter unten zeigen, wie sich die Werte mit dem Alter des Mannes verschieben.

Über das Alter der Frau wird beim Kinderwunsch viel gesprochen. Über das des Mannes fast nicht – obwohl bei etwa jedem zweiten Paar mit unerfülltem Kinderwunsch ein männlicher Faktor beteiligt ist.

Das liegt auch daran, dass sich die Zahlen schwerer fassen lassen. Beim Mann gibt es keinen Endpunkt, sondern eine langsame Verschiebung, die sich in mehreren Messgrößen gleichzeitig zeigt und in keiner davon besonders dramatisch. Genau deshalb kursieren so viele halbe Wahrheiten. Dieser Artikel sortiert, was belegt ist und was nicht. Die Zahlen zum Alter der Frau stehen in unserem Artikel zur Schwangerschaftswahrscheinlichkeit nach Alter.

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Fruchtbarkeit des Mannes: was mit dem Alter nachlässt

Bei der Spermienqualität im Alter lohnt sich der genaue Blick, weil die verbreitete Vorstellung an der entscheidenden Stelle danebenliegt.

Johnson und Kollegen (2015) haben in einer Metaanalyse 90 Studien mit 93.839 Männern zusammengeführt und die Ejakulatmerkmale einzeln auf einen Alterszusammenhang geprüft. Abgenommen haben mit dem Alter: das Ejakulatvolumen, die Gesamtmotilität, die progressive Motilität, der Anteil normal geformter Spermien und die DNA-Integrität. Nicht abgenommen hat die Spermienkonzentration.

Das ist der Punkt, an dem die meisten Ratgebertexte danebenliegen, und er lässt sich nicht glätten: Die Konzentration gehört in dieser Auswertung schlicht nicht zu den Größen, die mit dem Alter fallen. Nicht die Menge ist das Thema, sondern die Funktion – kommen die Spermien voran, und ist ihr Erbgut unversehrt? Die beiden stärksten Alterszusammenhänge der ganzen Auswertung fanden sich genau dort: bei der progressiven Motilität und bei der DNA-Fragmentierung.

Wer also hört, beim Mann werde es „weniger“, hat die falsche Kategorie im Kopf. Die Konzentration bleibt in der Metaanalyse stabil, entscheidend ist die Funktion.

Wie lange es bis zur Schwangerschaft dauert

Die praktisch wichtigere Frage zur Zeugungsfähigkeit ist ohnehin nicht, wie ein Laborwert aussieht, sondern wie lange es dauert.

Ford und Kollegen (2000) werteten 8.515 geplante Schwangerschaften aus der britischen ALSPAC-Kohorte aus. Gemessen wurde die Chance, innerhalb von zwölf Monaten zu konzipieren, verglichen mit Männern unter 25 Jahren und adjustiert für neun Einflussgrößen – darunter das Alter der Frau, die Parität, Rauchen, Alkohol und Übergewicht.

Alter des Mannes Odds Ratio für Konzeption binnen 12 Monaten 95 %-Konfidenzintervall
30 bis 34 Jahre0,620,40 bis 0,98
35 bis 39 Jahre0,500,31 bis 0,81
40 Jahre und älter0,510,31 bis 0,86

Quelle: Ford und Kollegen (2000), Referenzgruppe sind Männer unter 25 Jahren, adjustiert für neun Einflussgrößen einschließlich des Alters der Frau. Diese Werte sind Odds Ratios, also Chancenverhältnisse – und ausdrücklich keine Wahrscheinlichkeiten. Ein Wert von 0,50 bedeutet nicht, dass die Hälfte der Paare schwanger wird oder dass sich eine Wahrscheinlichkeit halbiert; er beschreibt nur, wie sich die Chance gegenüber der Referenzgruppe verschiebt. Wie hoch sie absolut liegt, steht in diesen Zahlen nicht.

Wie hoch die Chance pro Zyklus absolut ausfällt, ordnet unser Artikel zur Chance, schwanger zu werden ein.

Ein zweiter Zugang kommt von Hassan und Killick (2003). Sie befragten 1.976 schwangere Frauen rückblickend, wie lange es gedauert hatte. Die mittlere Zeit bis zur Schwangerschaft stieg von 6,4 Monaten, wenn der Mann bis 25 Jahre alt war, auf 11,9 Monate bei den 40- bis 45-Jährigen.

Aus derselben Arbeit stammt eine dritte, weit dramatischere Zahl, die man häufig zitiert findet: 31,3 Monate bei Männern über 45. Sie steht dort tatsächlich, ist aber der fragilste Wert des ganzen Datensatzes. Befragt wurden ausschließlich Frauen, die bereits schwanger waren – Paare, bei denen es gar nicht geklappt hat, kommen in der Stichprobe nicht vor. Dazu ist die Gruppe über 45 klein. Als grobe Richtung taugt die Zahl, als Erwartungswert für ein einzelnes Paar nicht. Wie sich die Zeit bis zur Schwangerschaft allgemein verteilt, steht unter wie lange es dauert, schwanger zu werden.

Fruchtbarkeit nach Alter des Mannes: Messwerte als Tabelle

Stone und Kollegen (2013) haben an 4.822 Spermiogrammen von 5.081 Männern für jeden Parameter berechnet, ab welchem Alter er zu fallen beginnt und wie schnell danach.

Messwert Beginnt zu fallen ab Veränderung pro Jahr danach
Gesamtspermienzahl34 Jahre−1,71 %
Gesamtzahl beweglicher Spermien34 Jahre−2,30 %
Spermienkonzentration40 Jahre−0,78 %
Normal geformte Spermien40 Jahre−0,84 %
Gesamtbeweglichkeit43 Jahre−1,74 %
Progressive Beweglichkeit43 Jahre−1,95 %
Ejakulatvolumen45 Jahre−1,48 %

Quelle: Stone und Kollegen (2013), 4.822 Spermiogramme von 5.081 Männern.

Zu dieser Tabelle gehören drei Einordnungen, ohne die sie mehr verspricht, als sie hält.

Erstens sind die Prozentwerte relative Veränderungen. Minus 1,71 Prozent bedeutet 1,71 Prozent des Vorjahreswerts, nicht 1,71 Prozentpunkte. Die Kurve fällt also nicht geradlinig, sondern flacht ab, je kleiner der Ausgangswert wird.

Zweitens sind die Altersangaben Modellwerte. Das statistische Verfahren sucht den Knick in einer Kurve und meldet, wo er am besten passt. Dass die Gesamtspermienzahl bei 34 Jahren und das Ejakulatvolumen bei 45 Jahren einsetzt, sind keine biologischen Wendepunkte, an denen im Körper etwas umschaltet.

Drittens stammen die Daten aus einer Kinderwunschklinik. Untersucht wurden Männer, die aus einem Anlass dort waren. Auf die Allgemeinbevölkerung lassen sich die Schwellen deshalb nicht ohne Weiteres übertragen.

Die WHO-Referenzwerte und was sie nicht sind

Die Werte, an denen ein Spermiogramm-Ergebnis gemessen wird, stammen aus der sechsten Auflage des WHO-Laborhandbuchs von 2021. Ältere Tabellen kursieren weiter, deshalb steht die Fassung von 2010 hier daneben.

Messwert Untere Referenzgrenze WHO 2021 Zum Vergleich WHO 2010
Ejakulatvolumen1,4 ml1,5 ml
Spermienkonzentration16 Mio./ml15 Mio./ml
Gesamtzahl pro Ejakulat39 Mio.39 Mio.
Gesamtbeweglichkeit42 %40 %
Progressive Beweglichkeit30 %32 %
Vitalität54 %58 %
Normal geformte Spermien4 %4 %

Quelle: WHO-Laborhandbuch, 6. Auflage (2021), Datengrundlage Campbell und Kollegen (2021). Die Spalte zur Auflage von 2010 dient dem Abgleich mit älteren Befunden und Tabellen.

Und jetzt der Teil, der in fast jeder Darstellung fehlt. Diese Zahlen sind keine Entscheidungsgrenzen. Sie stammen von Männern, deren Partnerin innerhalb von zwölf Monaten schwanger wurde. Die untere Referenzgrenze markiert also nichts weiter als das 5. Perzentil dieser nachweislich fruchtbaren Gruppe – den Punkt, unterhalb dessen fünf von hundert Männern lagen, die gerade Vater geworden waren.

Das Handbuch sagt es selbst: Die Verteilung von Ergebnissen fruchtbarer Männer reicht nicht aus, um klinisch brauchbare Entscheidungsgrenzen festzulegen. Ein Wert knapp unterhalb der Grenze ist deshalb kein Urteil, und einer darüber keine Zusage. Was ein Ergebnis bedeutet, ergibt sich erst im Zusammenhang mit allem anderen – und diese Einordnung gehört in ärztliche Hände, nicht in eine Tabelle im Internet.

Eine Randnotiz für alle, die auf eine ältere Tabelle stoßen: Die einzige deutschsprachige Leitlinie zum Thema, die S2k-Leitlinie der DGGG mit der AWMF-Registernummer 015-085 von 2019, ist in ihrer Gültigkeit abgelaufen und bezieht sich noch auf die WHO-Fassung von 2010. Wer diese Werte vor sich hat, hat deshalb nicht zwangsläufig falsche Zahlen – nur ältere.

Fehlgeburtsrisiko nach dem Alter des Vaters

du Fossé und Kollegen (2020) haben neun Studien zusammengefasst, deren Schätzer allesamt für das Alter der Frau adjustiert waren. Referenzgruppe sind Väter zwischen 25 und 29 Jahren.

Bei den 30- bis 34-Jährigen und bei den 35- bis 39-Jährigen war kein gesicherter Unterschied nachweisbar; die Konfidenzintervalle schließen die 1 ein. Bei 40- bis 44-Jährigen lag das Risiko 1,23-fach höher (1,06 bis 1,43), ab 45 Jahren 1,43-fach (1,13 bis 1,81).

Das sind relative Risiken ohne absolute Basisrate: Die Arbeit nennt keine Fehlgeburtsraten in Prozent. Ohne diese Bezugsgröße lässt sich aus einem Faktor von 1,23 kein persönliches Risiko ableiten – wie viel „23 Prozent mehr“ in einem konkreten Fall ausmachen, hängt vollständig davon ab, wovon ausgegangen wird. Was sonst noch in diese Rechnung hineinspielt, steht in unserem Artikel zum Schwangerwerden mit 40.

Künstliche Befruchtung: wann das Männeralter zählt

Hier ist die Befundlage feiner, als sie meist wiedergegeben wird, und das gehört dazugesagt.

Datta und Kollegen (2024) werteten 59.951 Frischzyklen aus dem britischen Register aus. Ein Effekt des Männeralters zeigte sich nur bei IVF und nur dann, wenn die Frau zwischen 35 und 39 Jahre alt war: Die Lebendgeburtenrate lag bei 27,0 Prozent, wenn der Mann unter 35 war, bei 22,9 Prozent in der Gruppe der 40- bis 44-Jährigen und bei 18,8 Prozent, wenn er über 50 war.

War die Frau jünger als 35 oder älter als 40, ließ sich kein gesicherter Effekt des Männeralters zeigen. In ICSI-Zyklen fand sich in keiner Konstellation einer.

Die pauschale Aussage, ab 40 sänken die Erfolgsraten, ist damit eine Verkürzung. Ob das Alter des Mannes durchschlägt, hängt in diesen Daten am Verfahren und am Alter der Partnerin.

Neumutationen und was sie in absoluten Zahlen bedeuten

Mit dem Alter des Vaters steigt die Zahl der Neumutationen im Erbgut des Kindes. Das ist gut belegt – und es lässt sich beziffern.

Jónsson und Kollegen (2017) sequenzierten 1.548 isländische Eltern-Kind-Trios. Im Mittel trug ein Kind 70,3 Neumutationen. Pro Lebensjahr des Vaters kamen 1,51 hinzu (95 %-Konfidenzintervall 1,45 bis 1,57), pro Lebensjahr der Mutter 0,37.

Der Schritt von dieser Zahl zu einem Risiko ist allerdings viel kleiner, als Schlagzeilen vermuten lassen. Taylor und Kollegen (2019) haben durchgerechnet, wie viel sich durch diese Mutationen überhaupt erklären lässt. Vergleicht man 45-jährige mit 25-jährigen Vätern, ergeben sich daraus Risikoverhältnisse zwischen 1,09 und 1,20.

Die Autoren liefern die Übersetzung in absolute Zahlen gleich mit, und die ist der eigentliche Kern: Bei einer Grundhäufigkeit von 1 Prozent wird aus einer Erhöhung um 20 Prozent eine Wahrscheinlichkeit von 1,2 Prozent. Aus einem von hundert werden also 1,2 von hundert. Ein relatives Risiko ohne diese Basisrate zu nennen, hieße bei diesem Thema, einen falschen Eindruck zu erzeugen.

Bemerkenswert ist noch ein Zweites: Die in Registerdaten beobachtete Verbindung ist deutlich größer als das, was die Mutationen hergeben – beim Autismus um etwa das Neunfache. Der Unterschied geht also überwiegend auf etwas anderes zurück als auf die Neumutationen selbst.

Was daraus praktisch folgt

Drei Dinge, und keines davon ist dramatisch.

Zeit ist die knappste Größe. Jede Verzögerung in der Abklärung verschiebt alles Weitere nach hinten. Die deutschsprachigen Fachgesellschaften empfehlen deshalb, beide Partner gleichzeitig abzuklären statt nacheinander – das ist keine medizinische Frage, sondern eine der Reihenfolge.

Ein Spermiogramm ist die einfachste Untersuchung im ganzen Abklärungsweg. Eine Probe, kein Eingriff. Verglichen mit dem, was auf der weiblichen Seite an Terminen, Messungen und Wartezeiten zusammenkommt, ist es der kleinste Schritt.

Das Timing wirkt unabhängig vom Alter. Wann im Zyklus die Chance am höchsten liegt und wie oft Sex sinnvoll ist, ändert sich durch das Alter des Mannes nicht – die Zahlen dazu stehen unter Wahrscheinlichkeit an den fruchtbaren Tagen und wie oft Sex bei Kinderwunsch.

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Der Rechner bestimmt aus der Zykluslänge das fruchtbare Fenster und zeigt, an welchen Tagen die Wahrscheinlichkeit am größten ist.

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Häufige Fragen

Ab welchem Alter sinkt die Fruchtbarkeit beim Mann?

Einen Stichtag gibt es nicht. Stone und Kollegen (2013) haben an 4.822 Spermiogrammen berechnet, ab welchem Alter einzelne Messwerte zu fallen beginnen, und kamen je nach Parameter auf 34 bis 45 Jahre – die Gesamtspermienzahl beginnt am frühesten abzunehmen, das Ejakulatvolumen am spätesten. Das sind statistisch bestimmte Knickpunkte in einer Stichprobe aus einer Kinderwunschklinik, keine biologischen Grenzen. Praktisch aussagekräftiger als ein Alter ist der Befund von Ford und Kollegen (2000), dass die Chance auf eine Schwangerschaft binnen zwölf Monaten mit dem Alter des Mannes zurückgeht, und zwar auch dann, wenn das Alter der Frau herausgerechnet ist.

Nimmt die Spermienzahl mit dem Alter ab?

Die Konzentration nicht – das ist der Befund, der am häufigsten falsch wiedergegeben wird. Johnson und Kollegen (2015) werteten in einer Metaanalyse 90 Studien mit 93.839 Männern aus und fanden eine altersabhängige Abnahme beim Ejakulatvolumen, bei der Gesamtmotilität, bei der progressiven Motilität, bei der Normalmorphologie und bei der DNA-Integrität. Die Spermienkonzentration nahm nicht ab. Die stärksten Alterszusammenhänge der Auswertung fanden sich bei der progressiven Motilität und bei der DNA-Fragmentierung. Was mit dem Alter nachlässt, ist also eher die Funktion als die Menge. In der Klinikstichprobe von Stone und Kollegen (2013) sank die Gesamtspermienzahl allerdings ab 34 Jahren und die Konzentration ab 40 – anders als in der Metaanalyse.

Was bedeuten die WHO-Referenzwerte im Spermiogramm?

Sie beschreiben eine Verteilung, keine Entscheidungsgrenze. Die Werte der sechsten Auflage des WHO-Laborhandbuchs von 2021 stammen von Männern, deren Partnerin innerhalb von zwölf Monaten schwanger wurde – die untere Referenzgrenze markiert das 5. Perzentil dieser nachweislich fruchtbaren Gruppe. Das Handbuch schreibt dazu selbst, die Verteilung fruchtbarer Männer reiche nicht aus, um klinisch brauchbare Entscheidungsgrenzen festzulegen. Ein Wert unterhalb der Grenze ist deshalb kein Urteil und ein Wert oberhalb keine Zusage. Was ein einzelnes Ergebnis bedeutet, ergibt sich erst im Zusammenhang, und diese Einordnung gehört in ärztliche Hände.

Steigt das Fehlgeburtsrisiko mit dem Alter des Vaters?

Ab etwa 40 Jahren zeigt sich ein Zusammenhang. Die Metaanalyse von du Fossé und Kollegen (2020) fasst neun Studien zusammen, die alle für das Alter der Frau adjustiert sind. Gegenüber Vätern zwischen 25 und 29 Jahren lag das Risiko bei 40- bis 44-Jährigen 1,23-fach höher (95 %-Konfidenzintervall 1,06–1,43), ab 45 Jahren 1,43-fach (1,13–1,81). Bei den Altersgruppen zwischen 30 und 39 Jahren schließen die Konfidenzintervalle die 1 ein, dort ist kein Unterschied gesichert. Absolute Fehlgeburtsraten nennt die Arbeit nicht – ohne diese Basisrate lässt sich aus den Zahlen kein persönliches Risiko ableiten.

Sollte mein Partner ein Spermiogramm machen lassen?

Das ist eine ärztliche Entscheidung, und sie hängt nicht am Alter allein. Was sich allgemein sagen lässt: Bei etwa jedem zweiten Paar mit unerfülltem Kinderwunsch ist ein männlicher Faktor beteiligt, und ein Spermiogramm ist die einfachste Untersuchung im ganzen Abklärungsweg – eine Probe, kein Eingriff. Die deutschsprachigen Fachgesellschaften empfehlen, beide Partner gleichzeitig abzuklären statt nacheinander. Wenn ohnehin ein Termin ansteht, spart das gemeinsame Vorgehen Zeit, weil die Ergebnisse beider Seiten zusammen vorliegen statt nacheinander.

Martina Schneider, Autorin

Über die Autorin

Martina Schneider schreibt auf Schwangerschaftschance.de über Kinderwunsch, Zykluswissen und die praktische Bestimmung der fruchtbaren Tage.

Geschrieben aus eigener Erfahrung, gesundheitsbezogene Angaben mit den unten genannten Quellen belegt. Ersetzt keine ärztliche Beratung. Wie diese Inhalte entstehen

Dieser Artikel basiert auf: Ford WCL, North K, Taylor H, Farrow A, Hull MGR, Golding J, ALSPAC Study Team (2000), Increasing paternal age is associated with delayed conception in a large population of fertile couples: evidence for declining fecundity in older men, Human Reproduction 15:1703–1708 · Hassan MAM, Killick SR (2003), Effect of male age on fertility: evidence for the decline in male fertility with increasing age, Fertility and Sterility 79 Suppl 3:1520–1527 · Johnson SL, Dunleavy J, Gemmell NJ, Nakagawa S (2015), Consistent age-dependent declines in human semen quality: a systematic review and meta-analysis, Ageing Research Reviews 19:22–33 · Stone BA, Alex A, Werlin LB, Marrs RP (2013), Age thresholds for changes in semen parameters in men, Fertility and Sterility 100:952–958 · World Health Organization (2021), WHO laboratory manual for the examination and processing of human semen, 6. Auflage · Campbell MJ, Lotti F, Baldi E, Schlatt S, Festin MPR, Björndahl L, Toskin I, Barratt CLR (2021), Distribution of semen examination results 2020 – A follow up of data collated for the WHO semen analysis manual 2010, Andrology 9:817–822 · Toth B et al. (2019), Diagnosis and Therapy Before Assisted Reproductive Treatments. Guideline of the DGGG, OEGGG and SGGG (S2k Level, AWMF Register Number 015-085, February 2019), Geburtshilfe und Frauenheilkunde 79:1278–1292 · du Fossé NA, van der Hoorn MP, van Lith JMM, le Cessie S, Lashley EELO (2020), Advanced paternal age is associated with an increased risk of spontaneous miscarriage: a systematic review and meta-analysis, Human Reproduction Update 26:650–669 · Datta AK, Campbell S, Diaz-Fernandez R, Nargund G (2024), Livebirth rates are influenced by an interaction between male and female partners' age: analysis of 59 951 fresh IVF/ICSI cycles with and without male infertility, Human Reproduction 39:2491–2500 · Jónsson H, Sulem P, Kehr B, Kristmundsdottir S, Zink F, Hjartarson E, Hardarson MT, Hjorleifsson KE, Eggertsson HP, Gudjonsson SA, Ward LD, Arnadottir GA, Helgason EA, Helgason H, Gylfason A, Jonasdottir A, Jonasdottir A, Rafnar T, Frigge M, Stacey SN, Magnusson OT, Thorsteinsdottir U, Masson G, Kong A, Halldorsson BV, Helgason A, Gudbjartsson DF, Stefansson K (2017), Parental influence on human germline de novo mutations in 1,548 trios from Iceland, Nature 549:519–522 · Taylor JL, Debost JPG, Morton SU, Wigdor EM, Heyne HO, Lal D, Howrigan DP, Bloemendal A, Larsen JT, Kosmicki JA, Weiner DJ, Homsy J, Seidman JG, Seidman CE, Agerbo E, McGrath JJ, Mortensen PB, Petersen L, Daly MJ, Robinson EB (2019), Paternal-age-related de novo mutations and risk for five disorders, Nature Communications 10:3043